Nach einer langen Nacht und viel Frustration hab ich es endlich geschafft eine Xen4-VM auf dem neusten Debian Squeeze zu installieren.
Für meine Installation von Xen nutzte ich ein frisch installiertes System mit dem Standard-Image “Debian-60-squeeze-64-minimal” von Hetzner und Grub2 als Bootloader.
Zuerst einmal rate ich jedem ein Backup wichtiger Daten durchzuführen sofern zuvor keine Neuinstallation des Betriebssystem durchgeführt wurde, sondern auf ein bestehendes System aufgesetzt wird.
Installation
Bevor wir groß konfigurieren und VMs anlegen können müssen wir das System erstmal lauffähig installieren. Dazu nutzen wir einfach die Pakete aus dem Debian Repository:
Für ein 32 Bit System:
Für ein 64 Bit System:
(Optional) Für die Unterstützung von HVM, also voll virtualisierten Maschinen wie es Windows benötigt, muss noch folgendes Paket installiert werden:
Bis hierhin sollte es keine Probleme geben. Nun müssen wir das ACPI in den Grub default Einstellungen deaktivieren, da es hierbei momentan einen Software-Fehler gibt. Dazu setzen wir einfach folgenden Wert in der Datei /etc/default/grub auf:
GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT=”acpi=off”
Anschließend muss noch der Xen-Kernel als erster Eintrag eingestellt werden:
Nun sollte das wichtigste eingerichtet sein und es steht erstmal ein Neustart an um zu testen ob der Server mit dem neuen Xen-Kernel starten kann:
Sollte der Server nun auch nach mehreren Minuten nicht wieder laufen, dann bitte noch einmal alle zuvor beschriebenen Punkte durchgehen und prüfen das kein Fehler gemacht wurde. Sollte man sicher sein alles wie beschrieben gemacht zu haben hilft meist nurnoch ein Support-Ticket. Bei manchen Servern kommt es manchmal vor, dass sich das BIOS des Server verstellt hat o.Ä. und somit verhindert, dass der Server erfolgreich mit Xen4 startet.
Konfiguration
Nun solltet Ihr ein lauffähiges Xen4 besitzen, was nurnoch einige wenige Einstellungen benötigt bis wir auch schon die erste VM erstellen können. ![]()
Zunächst sollten wir das Start- und Stopp-Verhalten der VMs ändern, sodass das System nicht versucht unsere VMs bei einem Shutdown oder Neustart zu speichern, um diese beim booten wiederherzustellen. (Dieses Feature ist sehr Fehleranfällig und hat sehr oft Probleme, desweiteren sollten Systeme immer so eingerichtet werden, dass Sie ohne Probleme herunter und wieder hochgefahren werden können!)
Um dies zu bewerkstelligen setzen wir einfach folgende Werte in der Datei /etc/default/xendomains auf:
XENDOMAINS_RESTORE=false
XENDOMAINS_SAVE=”"
So weit so gut. Um nun auch unsere zusätzlichen IPs für die virtuellen Maschinen nutzen zu können, benötigt es lediglich zwei kleine Änderungen in der Datei /etc/xen/xend-config.sxp in der wir folgende Werte ändern/setzen:
(vif-script vif-route)
(network-script ‘network-route netdev=eth0′)
Diese Einstellungen allein reichen aus um den VMs das nutzen der zusätzlichen IPs zu ermöglichen, Einstellungen in der Netzwerkkonfiguration von Debian sind nicht notwendig.
Anschließend starten wir Xen neu um die Einstellungen zu übernehmen:
Erstellen einer VM mittels Xen-Tools
Um möglichst komfortabel die Konfigurations- und Image-Dateien anzulegen und eine neue VM mit bereits installiertem Debian zu erzeugen empfiehlt sich das Nutzen der Xen-Tools. Diese installieren wir wieder ganz einfach aus den Repository von Debian:
Wer bereits Xen-Tools der früheren Xen-Version 3.x genutzt hat glaubt nun sicher er könne einfach die gleichen Parameter ausführen um eine neue VM zu erzeugen. Doch Pustekuchen, zur Installation einer VM mit Debian Squeeze haben sich die Parameter teilweise geändert oder werden anders genutzt.
Lange Rede, kurzer Sinn. Hier ist ein Beispiel-Aufruf um eine VM mit vorinstallierten Debian Squeeze zu erstellen:
Nun noch kurz zur Erklärung der wichtigstens Parameter:
- hostname: der Hostname, so wie er später in der Auflistung der einzelnen VMs angezeigt wird
- size: die Größe der virtuellen Festplatte auf der das neue Debian installiert wird
- swap: die Größe des Swap-Spaces die für die Nutzung der neuen VM angelegt wird
- ip: die IP unter welcher die VM später zu erreichen ist
- netmask: die Netzwerkmaske in der die zuvor definierte IP liegt
- gateway: das Gateway das die VM zugewiesen bekommt. in unserem Fall ist das die IP des Servers auf dem Xen4 läuft
- dir: der Ordner in der alle Daten der VM gespeichert werden
- memory: der Arbeitsspeicher welcher der VM zugewiesen sein soll
- dist: welches Debian soll installiert werden
- mirror: der Mirror um die notwendigen Dateien für die installation eines neuen Debian zu holen
- passwd: ruft anschließend im terminal eine Passwortänderungs-Prompt auf um das Root-Passwort für die neue VM zu setzen
- install-method: legt die installationsweise fest, in unserem Fall aus den Debian-Repository
Nach kurzer Zeit sollten dann die virtuellen Festplatten und die Konfigurationsdatein angelegt, das neue root-Passwort gesetzt und das Terminal bereit für neue Eingaben sein.
Der letzte Schritt um die VM nun in Betrieb zu nehmen ist ein einfacher Aufruf der Xen dazu anweist die neue VM in seine Verwaltung aufzunehmen: (Bitte “vserver” mit dem zuvor von euch festgelegten Hostname austauschen)
Mit diesem Befehl könnt ihr dann alle erzeugten VMs und ihren Status einsehen:
Hat auch dies ohne Probleme funktioniert und Ihr könnt Eure VM in der Liste sehen könnt Ihr euch einfach auf die Konsole eurer VM verbinden und loslegen:
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem kleinen HowTo weiterhelfen und auch die eine oder andere Unverständlichkeit beisteigen. Nun wünsche ich viel Spaß mit eurem neuen Xen4-Server und bin für Hinweise zu Fehlern oder Verbesserungen immer dankbar!
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